Bildung als Schlüssel

 

Zahlreiche Beispiele zeigen auf, dass Investitionen in die Bildung der breiten Bevölkerung zu wirtschaftlicher Entwicklung und Wohlstand geführt haben. Bildung bekämpft außerdem Hass und Armut, formt unsere Kinder, fördert die Beteiligung an der Demokratie und stärkt somit unsere Gesellschaft. Alles Gründe, um mehr in Bildung zu investieren!

Mit unserem Bildungs-Portal tragen wir zur Förderung dieser Punkte bei und binden dabei alle Schüler und Schülerinnen mit ein. Dabei liegt unser Augenmerk besonders auf den Kindern und Jugendlichen, die von Armut betroffen sind.

Children-First e.V. ist anerkannter Träger der Förderung der Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe und widmet sich besonders der Chancengleichheit in der Bildung von Kindern und Jugendlichen.

Politische Situation

 

Um Kinderarmut konsequent zu bekämpfen, ist das staatliche Bildungspaket, das nur ca. 1,6 % der betroffenen Kinder und Jugendliche in Anspruch nehmen, unseres Erachtens nicht ausreichend und bedarf einer neuen Ausrichtung. Wir möchten aber nicht darauf warten.

Das Bildungspaket ist zur Förderung versetzungsgefährdeter Schüler*innen gedacht, – jedoch sind die bürokratischen Hürden hoch und wir halten es für sinnvoll und wichtig, die Unterstützung bereits präventiv anzubieten.

Gemäß dem Bildungspaket kann zum Beispiel eine Lernförderung nur in Anspruch genommen werden, wenn die Versetzung ernsthaft gefährdet ist. Außerdem ist eine Förderung ausgeschlossen, sofern es darum geht, anstatt in die Hauptschule in eine Realschule oder ins Gymnasium versetzt zu werden. Genau dieser Bildungsweg verbessert jedoch die zukünftigen Chancen am Arbeitsmarkt massiv.

Diese Problematiken sollte das neue Starke-Familien-Gesetz vom 01. August 2020 ein Stück weit korrigieren, wurde aber bisher von der Bundesregierung nicht durchgesetzt. Viele Familien sind jedoch ohne die staatliche Hilfe nicht in der Lage die finanzielle Last des Nachhilfeunterrichts zu stemmen.

Damit der Bildungserfolg unserer Kinder in Zukunft nicht mehr von ihrer sozio-ökonomischen Herkunft abhängt, treten wir dafür ein, dass auch von Armut betroffene Kinder die gleichen Chancen haben, durch Bildung in die Mitte der Gesellschaft aufzusteigen. Dass ihre Fähigkeiten und Begabungen nicht, wie es noch viel zu oft geschieht, unentdeckt und unentwickelt bleiben, sondern gefördert werden.

Unser Bildungs-Portal – Bildung für alle

Mit unserem sich im Aufbau befindlichen Bildungs-Portal wollen wir Nachhilfe für alle zugänglich machen. Unser Portal funktioniert genauso wie jede andere Nachhilfe-Plattform auch, allerdings legen wir besonderen Wert auf den freien Zugang zu Bildung zu möglichst fairen Konditionen.

Mithilfe von ehrenamtlichen Lehrenden können wir zum Beispiel auch kostenlosen Unterricht anbieten – hierfür reicht der Nachweis über ein geringes Einkommen oder den Bezug von z.B. SGB II aus.

Uns ist es wichtig, das Angebot auf das jeweilige Kind bestmöglich anzupassen, daher setzen wir auf verschiedenste Arten des Unterrichts: digital oder persönlich, 1 zu 1 oder in der Gruppe oder in Form von Bildungspaketen zur Unterstützung des eigenverantwortlichen Lernens.

Außerdem sehen wir in Kooperationen mit Schulen viel Potential, da wir somit unser Nachhilfeangebot frühzeitig ergänzend zum Unterricht anbieten können.

Weitere Informationen finden Sie bald auf der Projekt-Webseite unseres Bildungs-Portals. Eine Verlinkung folgt.

Voraussetzung für kostenlosen Nachhilfeunterricht

Bezug folgender Leistungen:

  • SGB II-Leistungen
  • Wohngeld
  • Grundsicherung nach dem SGB XII
  • Wohngeld
  • Kinderzuschlag
  • Grundsicherung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Städtische Pässe/Karten (wie z.B. die Bonuscard in Stuttgart oder der Berlin-Pass in Berlin)

Haushalt mit Einkommensgrenze:

Anzahl Kinder Alleinerziehend Paare
1 1.730 € 1.950 €
2 2.100 € 2.300 €
3 2.470 € 2.650 €
4 2.840 € 3.000 €
5* 3.210* € 3.350* €

*und mehr

Frühzeitige Interventionen

 

Schüler*innen, die schon früh mit Dingen und Themen in Berührung kommen, die für die institutionalisierte Bildung wichtig sind, haben meist einen Vorsprung beim Bildungserfolg.

Damit jene Kinder, die diesen vorschulischen Zugang nicht genießen, durch ihr „Nicht-Können“ die Motivation zur Lernbereitschaft nicht verlieren und keine Lese-, Schreib- oder Rechenschwäche entwickeln, ist es ratsam, schon im Kindergarten oder spätestens im Grundschulalter den Kindern kindgerechte Bildungsförderungsmaßnahmen anzubieten.

So unterstützen wir die Grundschulen, um ihre vorhandenen Bildungsfördermaßnahmen zu optimieren oder mit ihnen gemeinsam neue aufzubauen.

Fast ein Fünftel aller Kinder verlässt die Grundschule, ohne richtig lesen zu können. […]
In kaum einem anderen Land liegen die Leistungen von Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Familien so weit auseinander.

DER SPIEGEL

Dezember 2017

Jeder fünfte fünfzehnjährige Schüler in Deutschland kann nur einfache Sätze lesen und verstehen. […]
Die Lesefähigkeit dieser Schüler liegt nahe bei den Kenntnissen der funktionalen Analphabeten, […].

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Dezember 2019

Maßnahmen zur Umsetzung von Bildungsgleichheit

Die derzeitigen Instrumente der Bundesrepublik Deutschland bezüglich der Bildung von Kindern und Jugendlichen sind vom Ziel der Chancengleichheit weit entfernt. Um gleiche Chancen im Bereich Bildung zu ermöglichen, halten wir die folgenden zwei Punkte für essentiell:

1: Barrieren abschaffen

Die restriktiven Anspruchsvoraussetzungen des Arbeitsamtes abschaffen und den Kindern und Jugendlichen die Lernförderung dann anbieten, wenn diese benötigt wird. Wichtig ist auch, dass das Förderungsangebot transparent und konkret an die betroffenen Kinder und Jugendliche herangeführt wird. Dies können wir bei unseren Partnerschulen gemeinsam mit den Lehrern und Lehrerinnen bestmöglich umsetzen.

2: Ehrenamtliche und finanzielle Unterstützung

Nur durch die staatlichen Fördergelder und den anderweitigen Einnahmen des Vereins ist dieses Projekt nicht umsetzbar. Hier ist die Unterstützung durch Unternehmen und Bürger*innen gefragt, die sich für die Gleichheit in den Bildungchancen aller Kindern und Jugendlichen einsetzen wollen.

Mit dem gesellschaftlichem Arbeitswandel sind uns enorme Bildungsförderungsmaßnahmen für unsere Kinder verloren gegangen. Und zwar die Mütter oder in manchen Fällen auch die Väter, die mit viel Geduld und Herzblut die Lerndefizite ihrer Kinder beseitigt haben. Nicht alle Eltern oder die alleinerziehenden Mütter und Väter können es sich leisten, durch externe Bildungsförderungsmaßnahmen diesen Lernverlust zu kompensieren. Deswegen muss der Staat hier eingreifen und durch gezielte Fördermaßnahmen die Bildung unserer Kinder sichern.

Roman Jung, Gründer und Vorstand von Children-First e.V.

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