Zahlreiche Beispiele zeigen auf, dass Investitionen in die Bildung der breiten Bevölkerung zu wirtschaftlicher Entwicklung und Wohlstand geführt haben.

Des Weiteren bekämpft Bildung Hass und Armut, fördert die Beteiligung an der Zivilgesellschaft und Demokratie, formt unsere Kinder und stärkt die Gesellschaft.

Alles Gründe, um mehr in Bildung zu investieren und die Teilhabe aller Menschen in Deutschland zu gewähren.

Children-First ist anerkannter Träger der Förderung der Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe und widmet sich besonders der Chancengleichheit in der Bildung von Kindern und Jugendlichen.

Leider entscheidet in Deutschland aber noch immer die Herkunft über den Bildungserfolg. Daher treten wir dafür ein, dass auch davon betroffene Kinder die gleichen Chancen haben, durch Bildung in die Mitte der Gesellschaft aufzusteigen. Dass ihre Fähigkeiten und Begabungen nicht, wie es noch viel zu oft geschieht, unentdeckt und unentwickelt bleiben, sondern gefördert werden.

Frühzeitige Interventionen sind der Schlüssel für Bildung:

Schüler, die beispielsweise schon früh mit Dingen und Themen in Berührung kommen, die für die institutionalisierte Bildung wichtig sind, haben meist einen Vorsprung beim Bildungserfolg. Damit keine Lese-, Schreib- oder Rechenschwäche entsteht und auch das dadurch entstandene „Nicht können“ die Motivation an der Lernbereitschaft bei den Kindern mindert, ist es ratsam, schon im Kindergarten oder spätestens im Grundschulalter den Kindern kindgerechte Bildungsförderungsmaßnahmen anzubieten.

Rechnen und Lesen: Neugier ist der Schlüssel zum Erfolg

„Amerikanische Forscher der Universität von Michigan beobachteten einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß von Neugier, das kleine Kinder zeigen, und deren späteren akademischen Erfolgen. Sie kommen deshalb zu dem Schluss, dass frühe Interventionen wichtig wären, um die Neugier zu wecken.

Neugierige Kinder sind besser in der Lage, Grundrechenarten und Lesen zu lernen und zu verstehen.“ So lautet das Fazit einer Gruppe von Forschern der Universität von Michigan unter der Leitung von Dr. Prachi Edlagan Shah in einer Veröffentlichung in der Zeitschrift „Pediatric Research“. Die Wissenschaftler untersuchten erstmals eine mögliche Verbindung zwischen Neugier und frühem schulischen Erfolg bei Kleinkindern. Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass Neugier für Kinder aus sozial benachteiligten Familien für gute akademische Leistungen noch wichtiger ist als für Kinder aus wohlhabenderen Verhältnissen. Die Experten glauben deshalb, dass dort auch Interventionen einsetzen könnten, um die mit sozialer Benachteiligung verbundene Bildungslücke zu schließen.

So ist es uns wichtig, dass wir bei unseren Bildungsfördermaßnahmen den Kindern und Jugendliche nicht nur das Lesen, Rechnen und Schreiben beibringen, sondern versuchen, den Kindern und Jugendlichen ihr Interesse und den Spaß an den jeweiligen Fächern zu zeigen. Umso früher die Kinder dies erfahren, umso höher sind die Erfolgschancen.

Damit auch Kinder, deren Eltern nicht mit Geduld und sanftem Druck für schulischen Erfolg sorgen, deren Eltern weniger gebildet, arm oder einfach nur schlecht Deutsch sprechen, gleiche Startchancen zum Bildungserfolg erhalten können, bieten wir unsere Bildungsförderungsmaßnahmen bereits schon in den Kindergärten und den Grundschulen an.

Mit dem gesellschaftlichem Arbeitswandel sind uns enorme Bildungsförderungsmaßnahmen für unsere Kinder verloren gegangen. Und zwar die Mütter oder in manchen Fällen auch die Väter, die mit viel Geduld und Herzblut die Lerndefizite ihrer Kinder beseitigt haben. Nicht alle Eltern oder die alleinerziehenden Mütter und Väter können es sich leisten, durch externe Bildungsförderungsmaßnahmen diesen Lernverlust zu kompensieren. Deswegen muss der Staat hier eingreifen und durch gezielte Fördermaßnahmen die Bildung unserer Kinder sichern.

Roman Jung

Gleiche Chancen

Zu einem menschenwürdigen Existenzminimum gehöre, dass die staatliche Grundsicherung den Bedarf eines Schulkindes auf Lernförderung hinreichend abdecke.

Die Lernförderung wird jedoch beim Arbeitsamt nur sehr selten in Anspruch genommen, was vor allem an restriktiven Anspruchsvoraussetzungen liegt. Die Lernförderung kann außerdem nur in Anspruch genommen werden, wenn die Versetzung ernsthaft gefährdet ist. Die Fördermaßnahmen müssen aber viel früher getätigt werden – vor allem bei Grundschulkindern. Hier kann man mit wenig Mitteln viel erreichen und unterm Strich auch Geld sparen. Außerdem ist eine Förderung ausgeschlossen, um in die Realschule oder in das Gymnasium anstatt in die Hauptschule versetzt zu werden, obwohl genau das die späteren Zukunftschancen am Arbeitsmarkt massiv verbessern und somit auch gleiche Chancen auf Bildung schaffen würde.

Die derzeitigen Instrumente der Bundesrepublik Deutschland sind von Chancengleichheit in der Bildung bei Kindern und Jugendlichen weit entfernt. Wir von Children-First möchten zumindest dies in Stuttgart bestmöglich umsetzen und als Beispiel für andere Städte in Deutschland fungieren. Für die Umsetzung sind vor allem die folgenden zwei Punkte essenziell:

1: Barrieren abschaffen

Die restriktiven Anspruchsvoraussetzungen des Arbeitsamtes abschaffen und den Kindern und Jugendlichen die Lernförderung dann anbieten, wenn diese benötigt wird. Es reicht aber nicht aus, nur die restriktiven Barrieren abzuschaffen, es muss auch an die betroffenen Kinder und Jugendliche gebracht werden.

Dies können wir bei unseren Partnerschulen gemeinsam mit den Lehrern und Lehrerinnen bestmöglich umsetzen und Chancengleichheit in der Bildung bei Kindern und Jugendlichen schaffen.

2: Ehrenamtliche und finanzielle Unterstützung

Nur durch die staatlichen Fördergelder und den anderweitigen Einnahmen ist dieses Projekt nicht umsetzbar. Hier sind Unternehmen und die Bürger und Bürgerinnen gefragt, die für Chancengleichheit in der Bildung bei Kindern und Jugendlichen stimmen.

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