Kinderarmut in Deutschland

Kinderarmut in Deutschland ist nicht gleichbedeutend mit Obdachlosigkeit oder fehlender Nahrung. Familien, die in Deutschland von Armut betroffen sind, haben eine gesicherte Existenz, leben aber oft nur mit dem Nötigsten. Täglich eine warme Mahlzeit ist für arme Kinder in Deutschland nicht selbstverständlich. Im Winter frieren einige, weil die Eltern keine warme Kleidung kaufen können. Kultur und Freizeit kosten Geld. Erhielten Kinder kostenlos Zugang zu Theater und Schwimmbad, könnten sie gesellschaftlich und sozial mithalten. 

Die Kinder müssen auf vieles verzichten, was für andere Gleichaltrige selbstverständlich ist. Armut ist deshalb nicht nur ein materielles, sondern auch ein gesellschaftliches Problem.

Etwa 3 Millionen Kinder sind in Deutschland von Armut betroffen. Berechnet man auch die ca. 1,4 Millionen Kinder mit ein, die in den Statistiken nicht erfasst werden, ist in Deutschland sogar fast jedes 3. Kind davon betroffen. 

Baden-Württemberg

Viel zu oft wird Kinderarmut falsch oder nur bedingt richtig eingeschätzt. Oft werden in Statistiken nur jene als von Armut Betroffene mit einbezogen, die SBG II Leistungen beziehen, andere Sozialleistungen und etwaige Dunkelziffern werden nicht be-rücksichtigt. Andererseits wird sich immer wieder auch komplett vor der Tatsache verschlossen, dass Armut in Deutschland und gerade bei den Jüngsten unserer Gesellschaft überhaupt ein Problem darstellt.

Auch in Baden-Württemberg sind die Zahlen erschreckend hoch. Die Kinder leben hier im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung noch deutlich häufiger in Armut. 

Damit die Thematik auf der politischen Agenda die angemessene Beachtung erhält, befragte Children-First im Rahmen der Landtagswahlen in Baden-Württemberg 2021 Vertreter:innen aus dem gesamten politischen Spektrum zu diesem Thema.

Stuttgart

Obwohl Stuttgart zu den wirtschaftsstärksten Städten Deutschlands gehört, gelten laut offiziellen Studien aus 2019 etwa 13.000 Kinder in Stuttgart als arm. Aus den Berechnungen von Children-First e.V. ergeben sich jedoch Zahlen, die sogar fast das Dreifache vermuten lassen. Dies würde bedeuten, dass in Stuttgart jedes dritte Kind von Armut betroffen ist.

Seit 2017 hat es sich Children-First e.V. entsprechend zur Aufgabe gemacht, hier gezielt zu intervenieren, – vor allem in den Bereichen soziale Teilhabe, Bildung und gesunde Ernährung.

Die Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Stuttgart ist gut aufgestellt und es engagieren sich bereits viele Vereine. Deshalb konzentriert sich Children-First e.V. besonders auf Lücken im bestehenden Hilfsangebot und versucht diese zu schließen und das Angebot entsprechend auszuweiten.

Hierfür spielt auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart eine wesentliche Rolle.

Interventionen durch Children-First e.V.

 Es gibt verschiedene Konzepte, um Kinderarmut zu bekämpfen – doch sie alle sehen einen Systemwechsel vor, denn die heutige Sozialpolitik kann nicht             sicherstellen, Kindern Wege aus der Armut zu eröffnen. Die zukünftige Familien- und Sozialpolitik muss die Vererbung von Armut durchbrechen und             Kindern faire Chancen ermöglichen, damit sie sich von dieser Armutsspirale befreien können.
 Neben unserem Einsatz dafür, dass neue sozial- und familienpolitische Instrumente eingesetzt werden, die Armut grundlegend entgegenwirken und Kinder       gezielt unterstützen, widmen wir uns folgenden drei Punkten, die bei der Bekämpfung von Kinderarmut essentiell sind:

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