Kinderarmut

Etwa 3 Millionen Kinder sind in Deutschland von Armut betroffen. Berechnet man auch die ca. 1,4 Millionen Kinder mit ein, die in den Statistiken nicht erfasst werden, ist in Deutschland sogar fast jedes 3. Kind davon betroffen. Obwohl Stuttgart zu den wirtschaftsstärksten Städten Deutschlands gehört, ist nach unseren Berechnungen in Stuttgart ebenfalls fast jedes dritte Kind von Armut betroffen.

Erfahre mehr über Kinderarmut in Stuttgart:

Bericht – Children-First

Bericht – Stuttgarter-Nachrichten

Kinderarmut in Deutschland ist nicht gleichbedeutend mit Obdachlosigkeit oder fehlender Nahrung. Familien, die in Deutschland von Armut betroffen sind, haben eine gesicherte Existenz, leben aber oft nur mit dem Nötigsten. Täglich eine warme Mahlzeit ist für arme Kinder in Deutschland nicht selbstverständlich. Im Winter frieren einige, weil die Eltern keine warme Kleidung kaufen können. Kultur und Freizeit kosten Geld. Erhielten Kinder kostenlos Zugang zu Theater und Schwimmbad, könnten sie gesellschaftlich und sozial mithalten. Die Kinder müssen auf vieles verzichten, was für andere Gleichaltrige selbstverständlich ist. Armut ist deshalb nicht nur ein materielles, sondern auch ein gesellschaftliches Problem.

Mit dem Verein Children-First möchte ich den Kindern und Jugendlichen in Stuttgart und Umgebung eine bessere Perspektive verschaffen. Denn jedes Kind hat das Recht auf eine sichere, gesunde und glückliche Kindheit! Jedes Kind soll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und die Chance bekommen, aus der Armutsspirale ausbrechen zu können.

Roman Jung

Gründer und Vorstand von Children-First e.V.

Kinderarmut bekämpfen

Es gibt verschiedene Konzepte, um Kinderarmut zu bekämpfen – doch sie alle sehen einen Systemwechsel vor, denn die heutige Sozialpolitik könne nicht sicherstellen, Kindern Wege aus der Armut zu eröffnen. Die zukünftige Familien- und Sozialpolitik muss die Vererbung von Armut durchbrechen. Kinder können sich nicht selbst aus der Armut befreien – deshalb sollten ihnen faire Chancen ermöglicht werden, um sich von dieser Armutsspirale befreien zu können.
Neben unseren Einsatz dafür, dass neue sozial- und familienpolitische Instrumente eingesetzt werden, die Armut entgegenwirken und Kinder gezielt unterstützen, widmen wir uns folgenden 2 Punkten, die bei der Bekämpfung von Kinderarmut essenziell sind:

1. Bildung

Zu einem menschenwürdigen Existenzminimum gehöre, dass die staatliche Grundsicherung den Bedarf eines Schulkindes auf Lernförderung hinreichend abdecke.

Die Lernförderung wird jedoch beim Arbeitsamt nur sehr selten in Anspruch genommen, was vor allem an restriktiven Anspruchsvoraussetzungen liegt. Die Lernförderung kann außerdem nur in Anspruch genommen werden, wenn die Versetzung ernsthaft gefährdet ist. Die Fördermaßnahmen müssen aber viel früher getätigt werden. Vor allem bei Grundschulkindern. Hier kann man mit wenig Mitteln viel erreichen und auch Geld sparen. Außerdem ist eine Förderung ausgeschlossen, um in die Realschule oder das Gymnasium anstatt in die Hauptschule versetzt zu werden, obwohl genau das die späteren Zukunftschancen am Arbeitsmarkt massiv verbessern und somit auch gleiche Chancen auf Bildung schaffen würde.

2. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Ob Kinder gut aufwachsen können hängt neben der materiellen Existenzsicherung von individuellen Faktoren, familiärem bzw. sozialem Umfeld und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Zu Letzterem gehören unter anderem ein gutes Gesundheitssystem, angemessener Wohnraum, ein kinderfreundliches Wohnumfeld, Partizipationsmöglichkeiten sowie Kultureinrichtungen.

Ein großer Teil der Kinder aber haben wesentlich schlechtere Chancen auf soziale Teilhabe, weil genau diese Vorrausetzungen bei ihnen nicht gegeben sind. Sie erleben nicht nur Mangel bei ihrer materiellen Grundversorgung und müssen auf vieles verzichten.

Sie werden auch von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und können seltener Kultur- und Freizeitangebote in Anspruch nehmen.

Je länger ein junger Mensch erfahren muss, was Ausschluss und Armut bedeutet, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Mensch sein Leben lang sozial und wirtschaftlich gefährdet ist. Dies ist für die positive Charakterbildung des jungen Menschen katastrophal.

Uns ist es wichtig, diesen jungen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen indem wir Kultur- und Freizeitangebote schaffen, die sie in Anspruch nehmen können:

 

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